Feuergeist und Erdenkraft: Das Geheimnis des Zunderschwamms

Feuergeist und Erdenkraft: Das Geheimnis des Zunderschwamms

Aus der Glut geboren: Wie mich ein Vitalpilz-Vortrag mitten im Malen zum Zunderschwamm führte

Servus! Schön, dass du wieder in meine alchemistische Ecke reinschaust.

Manchmal hat die Natur ein ganz eigenes Timing, wie sie uns Inspirationen schickt. Genau so einen Moment durfte ich erst vor Kurzem erleben.

Ich stand bei mir im Atelier und war vollkommen in den kreativen Prozess vertieft. Ich war mitten drin, das Feuerelement zu malen. Die kräftigen Rottöne, die Dynamik, die Hitze – das Bild brannte praktisch schon auf der Leinwand. Mitten in dieser intensiven, feurigen Schöpfungsphase war ich abends auf einem Vortrag über Vitalpilze. Ich saß im Publikum, lauschte den Ausführungen, und plötzlich fiel ein Name, der bei mir wie ein Blitz eingeschlagen hat: Der Zunderschwamm.

In genau dieser Sekunde stand für mich fest: Das ist es. Das ist das fehlende Puzzleteil für mein Bild. Der Zunderschwamm musste einfach mit auf diese Leinwand, direkt hinein in mein Feuerelement.

Wenn das Feuerelement eine Struktur bekommt

Für mich als Künstlerin, die das alte Wissen der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) in Schichten greifbar macht, war diese Verbindung sofort glasklar. Wenn wir an das Element Feuer denken, haben wir oft nur die lodernde, verzehrende Flamme im Kopf. Aber in der alchemistischen Philosophie und der TEM geht es immer um Balance. Feuer braucht ein Medium, eine feste Struktur, die die Wärme hält, sie leitet und davor bewahrt, unkontrolliert zu verpuffen.

Und genau dieses Medium ist der Zunderschwamm (Fomes fomentarius). Wenn du ihn im Wald an alten Bäumen wachsen siehst, wirkt er zäh, hölzern und fast unscheinbar. Doch unsere Vorfahren wussten genau um seine verborgene, feurige Natur: Er war über Jahrtausende hinweg überlebenswichtig, um Glut aufzubewahren und über weite Strecken zu transportieren. Er brennt nicht lodernd ab, sondern er glimmt unendlich langsam und bewahrt die Hitze im Verborgenen. Er ist der Hüter des inneren Feuers.

Medizinisch bringt er in der TEM genau diese regulierende, aufräumende Kraft mit. Wo im Körper chronische Entzündungen schwelen oder Säfte durch Kälte und Stagnation ins Stocken geraten sind, wirkt der Zunderschwamm stark systemisch. Er reinigt, leitet aus und gibt dem System seine klare, gesunde Struktur zurück. Das ist keine romantisch-verklärte Kräuter-Illusion, sondern pure, klinisch tiefe Naturmedizin. Schon Ötzi hatte ihn bei sich.

Kunst, die im echten Leben entsteht

Auf der Leinwand habe ich diese raue, zähe Urkraft des Pilzes mit eingearbeitet. Es durfte keine glatte, gefällige Oberfläche werden – das Feuer, das der Zunderschwamm in sich trägt, hat Textur, hat Tiefe und eine spürbare Geschichte. Ich plane meine Werke nicht steril am Reißbrett durch. Ich lasse mich von den Impulsen der Natur und des alten Heilwissens genau dann leiten, wenn sie im echten Leben anklopfen – so wie bei diesem Vortrag. Kunst und TEM sind für mich nicht voneinander zu trennen; sie fließen ineinander, Schicht für Schicht.

Hast du den Zunderschwamm schon einmal bewusst im Wald wahrgenommen? Und wie gehst du mit deiner eigenen inneren Glut um, wenn im Alltag mal alles ins Stocken gerät?

Schreib mir deine Gedanken dazu unglaublich gerne unten in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit dir hier in unserer alchemistischen Ecke!

Alles Liebe,
Marie-Louise

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